Due Diligence beim Unternehmenskauf: warum die Prüfung den Kaufpreis bestimmt
Eine gründliche Due Diligence ist mehr als eine nachträgliche Kontrolle. Sie bestimmt den Preis, die Garantien und den Verhandlungsspielraum.
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Beim Kauf eines Unternehmens gilt die Due Diligence manchmal als Pflichtübung: eine Fragenliste, ein Datenraum und ein Bericht, den niemand ganz liest. Damit wird eine Chance vertan. Eine sorgfältig durchgeführte Prüfung bestimmt maßgeblich, was Sie zahlen und welchen Schutz Ihnen der Kaufvertrag bietet.
Was umfasst eine Due Diligence?
Bei einer Due Diligence prüft der Käufer das Unternehmen, das er übernehmen möchte. Die rechtliche Prüfung erstreckt sich unter anderem auf die gesellschaftsrechtliche Struktur, wesentliche Verträge, Personal, Immobilien, geistiges Eigentum, Genehmigungen sowie laufende oder drohende Rechtsstreitigkeiten. Eine finanzielle und steuerliche Prüfung erfasst die Zahlen und die steuerliche Lage. Diese Prüfungen gehören zusammen: Ein Vertrag mit ungünstiger Kündigungsregelung ist nicht nur ein rechtliches, sondern auch ein finanzielles Risiko.
Vom Befund zum Kaufpreis
Jeder relevante Befund muss sich irgendwo niederschlagen. Manchmal rechtfertigt ein Risiko einen niedrigeren Preis. Manchmal ist es besser, das Risiko durch eine spezifische Freistellung abzudecken, bei der der Verkäufer den Käufer schadlos hält, wenn sich das Risiko verwirklicht. Und manchmal ist ein Befund Anlass, eine Vollzugsbedingung aufzunehmen, etwa dass ein Vertrag zunächst angepasst oder eine Genehmigung eingeholt wird.
Garantien und die Rolle der Offenlegung
Im Kaufvertrag gibt der Verkäufer Garantien zum Unternehmen ab. Was der Verkäufer während der Prüfung offengelegt hat, kann er häufig von diesen Garantien ausnehmen. Was im Datenraum stand, gilt dann als dem Käufer bekannt. Eine oberflächliche Prüfung kann also dazu führen, dass der Käufer weniger geschützt ist, als er glaubt. Umgekehrt hat der Verkäufer ein Interesse an einer sorgfältigen und vollständigen Offenlegung.
Kaufpreismechanismus
Auch die Art, wie der Preis festgelegt wird, hängt mit der Prüfung zusammen. Beim Locked Box Verfahren steht der Preis auf Basis einer Bilanz zu einem früheren Stichtag fest, und Wertabflüsse danach sind ausgeschlossen. Bei Completion Accounts wird der Preis an die Zahlen zum Vollzugstag angepasst. Welche Methode passt, hängt vom Unternehmen und von den Ergebnissen der Prüfung ab.
Für den Verkäufer: die Vendor Due Diligence
Verkäufer lassen mitunter vorab selbst eine Prüfung durchführen. So erkennen sie Schwachstellen, bevor ein Käufer sie findet, und können diese beheben oder sich in den Verhandlungen darauf vorbereiten. Zudem beschleunigt dies den Verkaufsprozess.
Unsere Erfahrung
Unsere Anwälte haben zahlreiche Unternehmenskäufe begleitet, auf Käufer- wie auf Verkäuferseite, in den Niederlanden wie in Deutschland. Dabei arbeiten wir eng mit den Finanz- und Steuerberatern zusammen, damit die Ergebnisse aller Prüfungen in eine klare Verhandlungsposition münden.
Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetze und Rechtsprechung können sich ändern, und das Ergebnis hängt stets von den Umständen Ihres Einzelfalls ab. Für eine Beratung zu Ihrem Anliegen können Sie gern Kontakt mit uns aufnehmen.





